Mehr Schutz für Jugendliche vor Cybermobbing!

Entsprechende Landtagsinitiative wurde von den Regierungsfraktionen eingebracht.

Ein Anliegen, das auch vom neuen Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer bei seinem Amtsantritt vehement eingefordert wurde, wird nun auf Initiative von Volkspartei und Grünen den Landtag beschäftigen. „Wir wollen dem Mobbing unter Jugendlichen den Kampf ansagen! Die schnelle Entwicklung der Sozialen Medien überfordert hier viele Eltern. 17 Prozent aller Jugendlichen in Österreich sind laut einer aktuellen Studie bereits Opfer von Mobbing im Internet geworden. Das ist ein Alarmsignal, das die Politik nicht ignorieren darf“, betont VP-Jugendsprecher Raphael Wichtl. „Cybermobbing ist heute die große Bedrohung für Kinder und Jugendliche. Wir müssen junge Menschen hier schützen, sensibilisieren und aufklären. Ziel muss es sein, dass kein junger Mensch Opfer von Cybermobbing wird“, ergänzt die die grüne Jugendsprecherin Christine Bösch-Vetter.

Cybermobbing bedeutet konkret, dass es wiederholt zu bewussten aggressiven Handlungen in digitalen Medien gegen eine konkrete Person kommt, und dadurch ein Machtungleichgewicht entsteht. 42 Prozent der Befragten der EU-Initiative „Saferinternet.at“ geben an, Cybermobbing bei anderen mitbekommen zu haben, 10 Prozent geben zu, selbst mitgemacht zu haben. „Als Gründe nennen sie die verschwommene Grenze zwischen Spaß und Ernst, Machtausübung, Zeigen von Gruppenzugehörigkeit, rassistische Motive, um nur einige zu nennen“, berichtet Wichtl. Die meisten Fälle von Cybermobbing passieren über die Social-Media-Plattformen Instagram (56 Prozent), TikTok und Facebook. Whatsapp wird von 30 Prozent genannt. Der „Ort des Geschehens“ ist das schulische Umfeld, erklären die Autorinnen und Autoren der Studie.

„Auch der Online-Unterricht während der Pandemie hat diesen Trend verstärkt“, verweist Wichtl auf eine der Schattenseiten der zunehmenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche. Christine Bösch-Vetter begrüßt daher die gemeinsame Initiative mit der ÖVP, mit der Kinder an den Schulen gestärkt werden sollen, sodass sie lernen, sich selbst zu wehren und wissen, wie sie mit Angriffen umgehen können.

Viele der jugendlichen Täterinnen und Täter sind sich zudem nicht bewusst, welche strafrechtlichen Konsequenzen ihr Verhalten nach sich ziehen kann. „Wir erleben hier insgesamt eine Entwicklung, die wir gesellschaftlich nicht tolerieren können. Es braucht einerseits von Seiten der Politik ein klares Signal an die Täterinnen und Täter, dass ihr Handeln inakzeptabel ist. Andererseits braucht es ein echtes Problembewusstsein, vor allem bei den jungen Menschen, über das Thema Mobbing. Ein dritter Schwerpunkt muss auf der professionellen Begleitung von Opfern liegen“, informiert Wichtl über die wesentlichen Anliegen der nun vorliegenden Landtagsinitiative. Eine wesentliche Rolle soll dabei die vom Land eingerichtete Mobbingkoordinationsstelle spielen. „Wir müssen den jungen Menschen außerdem vermitteln, dass sie nicht alleine sind und ihnen Mut machen aufeinander Acht zu geben. Besonders wichtig ist daher, dass es eine App gibt, mit der alle Möglichkeiten auf einen Klick aufgezeigt werden.“ verweist Christine Bösch-Vetter abschließend auf www.klicksafe.de/materialien/cyber-mobbing-erste-hilfe-app.